Frosti - auch genannt "Fröschlein" oder "Kasperkopp"

 

Eine besonders schöne Entwicklung ergab sich mit Frosti, einem 18jährigen, bildhübschen, blonden Island-Fuchswallach.

Seine Besitzer nahmen mit uns Kontakt auf, da sie nicht mehr so recht weiter wussten. Der Wallach, der bestens versorgt und umhegt gemeinsam mit einer Stute in einer Bilderbuch-Offenstallanlage 'hinter dem Haus' gehalten wurde, zeigte zunehmend gastritische Beschwerden. Jeder schubweise auftretenden Gastritis wurde mit Tierarzt, Medikamenten und Futterumstellung begegnet. Dennoch ließ sich keine nachhaltige Besserung erzielen.

Da ausschließlich in der Weideperiode die Beschwerden ausblieben und der sonst recht mäkelige Wallach dann proper aussah, überlegte man gemeinsam mit dem Tierarzt, Frosti in Frührente zu schicken, und zwar möglichst in Ganzjahres-Weidehaltung. Die eigene und landwirtschaftlich stark genutzt Region bot jedoch kaum große Weiden, und so kam nach zahlreichen Mails und Telefonaten der Wallach hier bei uns an.

Als Erstes legte er sich sofort mit dem "Boss" an, um ihn nur Stunden später als seinen allerbesten Freund zu deklarieren und ihm (was dem Boss zunächst nicht sehr behagte) auf Schritt und Tritt zu folgen. Zu den anderen Wallachen ergab sich sehr rasch ein entspanntes, ebenbürtiges Verhältnis, es wurde endlos gespielt und gekrault.

Mit den anderen Herdenmitgliedern als Vorbild zeigte sich Frosti zu keiner Zeit wählerisch am Futter, verschlang mit bestem Appetit alles, was die Menschen ihm vorsetzten. Symptome einer Gastritis traten niemals auf. Und es ließ sich fast im Tagesrhythmus beobachten, wie die Kuhlen in den Flanken verschwanden, die Muskulatur sich stärkte und der Wallach sich letztlich in Top-Verfassung zeigte.

Wir sehen diese Entwicklung als eine Bestätigung unserer Erfahrungen an, dass die Haltung in überschaubaren gleichgeschlechtlichen Gruppen zahlreiche Stress-Symptome ausräumt, die neben anderen Faktoren ursächlich für eine Erkrankung wie Gastritis sein können. Natürlich hat auch die ständige Bewegungsmöglichkeit auf der Weide, die nicht nur im Spiel häufig wahrgenommen wird, Einfluss auf den Appetit und das Verdauungssystem.

Nach dieser rapiden positiven Entwicklung wurde der Wallach von seinen Besitzern doch wieder für ein ruhiges Arbeitsleben aktiviert und in den heimischen Stall zurückgeholt. Der mehrmonatige "Urlaub" hier hat ihm offensichtlich nachhaltig gut getan - er frisst normal, ist fröhlich und hat bislang keine Gastritis mehr gezeigt. Wir hoffen, dass es so bleibt!!! (Obwohl wir uns auch freuen würden, wenn dieser pfiffige "Kasperkopp" eines Tages wieder auf unseren Weiden tobt.)

Nach oben Frosti Funi Smaragd