Der größte Luxus, den wir uns und den Pferden erlauben, ist die Tatsache, dass wir

 

ausschließlich Island-Wallache

 

aufnehmen. Dieser Grundsatz ist aus Beobachtungen gereift, nach denen häufig (natürlich nicht immer)

 

"Sprachprobleme" zwischen Islandpferden und Angehörigen anderer Rassen bestehen. Was wir darin begründet sehen, dass andere Rassen meist nicht das Vergnügen haben, wie (die meisten) Islandpferde eine lange Jugend in der Herde zu verbringen und 'pferdisch' so zu verinnerlichen, dass minimale Andeutungen untereinander für eine gute und reibungsarme Kommunikation ausreichen.

Stuten so gut wie nicht spielen und durchaus dominant und launisch sein können. Die Anwesenheit von Stuten führt unserer Erfahrung nach oft zu Stress für die Wallache, während der Abbau von Stress am ehesten mit Hilfe von Spielkameraden (Wallachen) machbar ist.

 

Weiterhin ist uns besonders wichtig, dass wir

ausschließlich Weidehaltung

praktizieren. Hilfreich hierbei ist die Tatsache, dass das Fell der Islandpferde im Normalfall mehr als ausreichend für unser deutsche Klima ausgelegt ist. Man sollte natürlich kein Boxenpferd mitten im Winter plötzlich ganztägig auf die Weide stellen. Auch die Unterstände bieten in diesem Fall keinen ausreichenden Schutz.

Über das "Wie" und "Warum" unserer Weidehaltung haben wir uns Gedanken gemacht:

Die Weiden werden normalerweise nicht unterteilt/parzelliert.

Alle Pferde haben Zugang zur vollen Weidefläche (nicht unter einem Hektar). Sie können sich dadurch aus dem Weg gehen, miteinander laufen und spielen, Ereignisse jenseits des Zauns aus der Nähe betrachten oder die windgeschützteste Stelle aufsuchen (die jederzeit zugänglichen Unterstände werden nur selten besucht). Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieses "freie" Leben ganz beträchtlich zur Ausgeglichenheit der Pferde beiträgt. Und die viele Bewegung lässt sie nicht träge werden. Ein Eingreifen des Menschen auf den Fütterungszustand und damit die Gesundheit des Pferdes durch stundenweise Separierung auf abgetrennte Flächen ist nur selten und bei den wenigsten Pferden erforderlich.

Alle Weiden haben Hanglagen

Ein Vorteil, der sich besonders dann zeigt, wenn ein Pferd wenig oder gar nicht geritten wird: Auch Rentner, Urlauber oder Rekonvaleszenten haben bzw. entwickeln eine gute Muskulatur (die beiden folgenden Vergleichsfotos "vorher"/"nachher" unseres 16- bzw. 18-jährigen Jarpur sprechen für sich). Da der Winkel der Steigung vom Pferd frei gewählt werden kann und auch gewählt wird, sind noch nie Überbeanspruchungen aufgetreten. 

Nicht gezielt untersucht, aber durchaus von uns vermutet ist auch der positive Einfluss dieses natürlichen Trainings auf die Atemwege des Pferdes.

vorher:

 

nachher:

 

Alle Weiden haben Baumbewuchs.

Sicher mit ein Grund, dass die Unterstände so selten aufgesucht werden. Die Bäume dienen als beliebter Sonnenschutz, werden ausgiebig zum Schubbern benutzt und sind besonders im Spätsommer/Herbst (Fall-Äpfel) besonders interessant.

 

 

Alle Weiden sind massiv in Holz eingezäunt.

Diese Begrenzungen werden von den Pferden optisch deutlich erkannt und auch (zu unserer Freude) akzeptiert. Es besteht mit diesen Zäunen kaum eine Verletzungsgefahr. Natürlich müssen sie täglich kontrolliert werden. Zusätzliche Stromlitzen sind nur erforderlich, weil unsere Ekzemer diese Zäune schon mal gerne zum Kratzen nutzen und das Holz dann rasch ermüdet.

 

 

Alle Weiden haben Unterstände.

Besucht werden sie aber eigentlich nur im Sommer oder bei stürmischem Dauer-Regen.

 

 

Heugabe "ad libitum".

In den Fütterungsmonaten - natürlich auch in sehr trockenen Sommern wie 2003 - erhalten die Pferde ungedüngtes Heu bester Eifel-Qualität (je nach Bedarf kleine Ballen oder Rundballen) zur freien Verfügung. Nach unseren Erfahrungen mit überdachten Heuraufen haben wir uns gegen diese Möglichkeit entschieden, da da Fütterung unter freiem Himmel den Staubgehalt des Heus stark verringert und alle Probleme mit Heustauballergikern verschwanden. Auch entsteht kein tiefer matschiger Boden, wie er häufig rund um Heuraufen anzutreffen ist. Wir müssen zwar großzügig darüber hinwegsehen, dass ein (wirklich nur kleiner Teil) des Heus verteilt und zertreten wird, aber der Vorteil, dass die Pferde darauf trocken stehen, wiegt dies bei weitem wieder auf.

 

Und natürlich: Ganzjährig Weide.

Im Winter wird nicht aufgestallt oder eingeengt, der Freiraum nicht begrenzt. Die Tiere können sich weiterhin in der gewohnten Umgebung bewegen, ihre Individualabstände einhalten oder Sozialkontakte pflegen. Zu Futter und Wasser besteht jederzeit freier Zugang.

 

Sie sehen dann gelegentlich so "gereift" aus wie hier:

Natürlich hat die Weidehaltung auch Nachteile! Insbesondere dann, wenn das Wetter Kapriolen schlägt und, wie im April 2007, für einen enorm hohen Fruktan-Gehalt im Gras sorgt. Dadurch sind auch wir von der Erfahrung nicht verschont geblieben, dass Hufrehe-Kandidaten besondere Beachtung verdienen und dass Beschränkungen, die man ihnen auferlegt, durchaus ihre Berechtigung haben. Ein Weide-Maulkorb ist von daher für den einen oder anderen Weidegenossen schon mal Pflicht.

Nicht empfehlen können wir die reine Weidehaltung allerdings bei ausgeprägten arthritische Erkrankungen. Hier ist eher ein warmer, trockener Stall angezeigt als das raue Klima der Eifel unter freiem Himmel. Die  Vorteile, die sie bei vielen anderen Beschwerden hat, sind jedoch beachtlich. Wir haben einige Beispiele angeführt, in denen wir über unsere Erfahrungen berichten möchten:

Frosti Funi Smaragd