Reiternachwuchs

Es scheint in der Natur von Reitbetrieben zu liegen, zu wenig Zeit zu haben, um ihren Schülern Pferde und Abläufe um sie herum so zu erklären, dass grundlegende Zusammenhänge verständlich sind - und damit der Umgang mit dem Pferd für beide Seiten angenehm, angstfrei und weitestgehend gefahrlos erfolgen kann.
Wir haben unzählige Male festgestellt, dass Kinder oder Jugendliche selbst nach Jahren reiterlicher Ausbildung nicht in der Lage waren, zum Beispiel einen Huf "richtig" zu säubern, ein Pferd von der Weide zu holen oder auch nur ohne Furcht mit einem Pferd zu schmusen.
Wir können und wollen mit keinem der kommerziellen Reitbetriebe konkurrieren. Unsere Bemühungen sehen wir eher als Ergänzung zu dem, was ein qualifizierter Reitlehrer seinen Schülern vermittelt. Wobei dieser natürlich meist nicht die Möglichkeiten hat wie wir: Sich intensiv um ein einzelnes Kind zu kümmern, dadurch Fehler und Unsicherheiten im Ansatz zu erkennen und sich mit viel Zeit und Ruhe auch einmal den elementarsten und oft (fälschlich) als selbstverständlich vorausgesetzten Dingen zu widmen.
Als oberstes Ziel: Ängste und Fehlverhalten erkennen und, soweit möglich, nehmen. Dies geht am besten mit ausgeglichenen, aggressionsfreien und gleich bleibend freundlichen Pferden, die sofort und ohne jede Gefahr für den Menschen widerspiegeln, wie dieser mit ihnen umgeht.
Kinder lernen sehr rasch durch diese "was ist wenn"-Methode. Besonders dann, wenn spielerisch Elemente aus Bodenarbeit und Trail/GHP einfließen. So üben wir zum Beispiel mit Hindernissen, die auf jedem Ausritt auftauchen können so manche Pferd/Reiter-Paarung schon in gefährliche Situationen gebracht hat.
Besonders wichtig erscheint uns auch, dass es kein "Du musst" geben sollte. Leider herrscht auch heute noch in vielen Reitschulen ein 'Kasernenhofton' vor, der zu Zeiten der klassischen (und militärischen) Reit-Ausbildung durchaus seine Berechtigung hatte. Heute jedoch, wo Reiten in erster Linie als sinnvolles Hobby/Vergnügen betrieben wird und nur die wenigsten Schüler eine Karriere im Sattel anstreben, verleidet der häufig vorherrschende Druck in Reitschulen diesen wunderschönen Freizeitsport. Dieser Druck kann durchaus zu Verspannungen des Reiters führen und macht ein weiches, sicheres Eingehen auf die Bewegungen des Tieres unmöglich.
Ein besseres Verständnis der Pferde und des Umgangs mit ihnen fördern das (Selbst)Vertrauen und die Sicherheit des jungen Reiters. Was ihnen im "richtigen" Reitunterricht zugute kommt.
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